Ökologie der Ammoniten |
geologieknoten.de
Ammonitenprojekt |
|
Inhalt | Entstehung | Ökologie | Formbau | Gipshohlguss | Epoxidharzhohlguss | Materialien | Literatur | Email |
|
Der Name Ammonit leitet sich vom ägyptischen Gott Amon ab, dem Sonnengott Re gleichgesetzt (Amon-Re). Geweiht wurde diesem Gott der Widder, mit dessen gedrehten Hörnern der Ammonit eine große Ähnlichkeit hat.
Im Volksglauben haben die Ammoniten eine wichtige Rolle gespielt. Die Tibetaner nannten sie Götterräder. Im frühen Europa wurden Ammoniten als Schlangensteine verehrt und in der fränkischen Alb mauerte man Ammoniten als Glücksbringer in Hauswände ein.
Heute geht man davon aus, dass sich die Ammonoideen aus den nur wenigen zentimeterlangen Bactriten (Obersilur - Obertrias) entwickelt haben. Äußerlich ähneln die Bactriten den Orthoceras, zählen aber nicht zu diesen, da der Sipho hier randlich liegt und sie eine verfaltete Sutur besitzen.
|
Überreich:
|
Eucaryonta |
|
Reich:
|
Animalia |
|
Stamm:
|
Mollusca |
|
Klasse:
|
Cephalopoda |
|
Infraklasse:
|
Neocephalopoda |
|
Unterklasse:
|
Ammonoidea |
Soweit bekannt ist, ist das Gehäuse der Ammoniten immer ein äußeres gewesen. Am häufigsten tritt das bilateralsymetrisch eingerollte Gehäuse auf. Alle von dieser Norm abweichenden Gehäuseform werden als aberante oder heteromorphe Form bezeichnet. Diese traten gehäuft in der Kreide auf. Seltener traten sie im oberen Trias und Dogger in Erscheinung.
Die ursprüngliche Bausubstanz des Ammonitengehäuses besteht meist aus Aragonit.
An die Embryonalkammer (Protoconch) schließt sich der gekammerte Teil (Phrakmokon)
an. Die einzelnen Kammern des Phragmokons werden durch die Kammerscheidewände
(Septen) begrenzt. Die Septen dienen als Stützelemente. Die Berührungslinie
zwischen Septen und Gehäusewand wird als Lobenlinie (Sutur) bezeichnet. Eine
große systematische Bedeutung geht von diesen aus, da sie sehr differenziert
ausgeprägt sein können.
Die letzte und größte Kammer ist die jeweilige Wohnkammer des Tieres. Der vordere
Rand ist der Mundrand (Periston). Das Tier ist über einen organischen Schlauch
(Sipho) mit dem Phragmokon verbunden. Dieser Hautschlauch wird durch die Siphonaldüten,
welche an den Septen sitzen, gestützt. Unter anderem besitzen Ammoniten eine
Raspelzunge (Radula). Diese chitinöse Reibplatte besteht aus 7 - 9 Zähnchenreihen.
Die Funktion der Radula ist die Zerreibung der Nahrung und Schlinghilfe, wie
auch die Aptychen.
Die erste Entwicklungsphase bildet das Larvenstadium, währenddessen die Larve das Protoconch und ca. 1,5 Windungen aufbaut. Während dieser Phase hielt sich die Larve wahrscheinlich im oberflächennahen, warmen Wasser auf. Damit endet das Larvenstadium und das reguläre Größenwachstum setzt ein. Je nach Art kann die Zahl der Kammern zwischen 40 und 150 betragen. Der Ammonit benötigt 10 - 12 Jahre, um seine Endgröße zu erreichen. Die meisten ausgewachsenen Ammoniten lebten im tieferen Schelfmeter (50 - 250 m) auf oder in der Nähe des Meeresgrundes. Extreme Arten drangen bis zu 700 m Wassertiefe ein. Ammoniten sind rein marine Formen, nichts deutet darauf hin, dass sie in Süß- oder Brackwasser vorgedrungen sind.
Ammoniten konnten sich in horizontaler, sowie vertikaler Richtung bewegen. Horizontal: Rückstoßprinzip mittels Trichter. Vertikal: Durch ein- und ausströmen von Gas in/aus dem Phragmokon. Einige Vertreter der Ammoniten könnten aber auch kriechende Bodenbewohner gewesen sein, dies ist aber nur eine vage Vermutung.
Die Ernährung der Ammoniten war gattungsspezifisch und, wie fossile Funde belegen, sehr vielfältig. Sie bestand unter anderem aus kleineren Ammoniten, Foramen, Ostrakoden, Brachiopodenbrut, Krebse, Larven, Seelilien, Plankton und Aas. Ammoniten ernährten sich von allem, was nicht schnell genug fliehen konnte und nicht zu groß war. Aufgrund ihrer schlechten Schwimmfähigkeiten stuft man Ammoniten eher als Wegelagerer (lauern Beute auf ohne nachzustellen) ein.
Jungtiere und Eier waren Nahrungsquelle. Vor allem für Fische und andere Cephalopoden. Erwachsene Ammoniten fielen Mosasauriern, Schildkröten, Plesiosauriern und anderen marinen Reptilien, Fischen, Krebsen und größeren Ammonoideen zur Beute.
Ammonoideen traten auf vom unteren Devon bis Oberkreide (320 - 135 Mio. Jahre).
Sie sind Leitfossilien für die Zeit des Juras.
Leitfossilien sind für bestimmte größere, zeitliche Einheiten
charakteristische Fossilien, die deren relatives geologisches Alter zu bestimmen
gestattet. Leitfossilien sollen möglichst kurzlebig, weitverbreitet, leicht
erkennbar, faziesunabhängig sein. Bei den zu bearbeitenden Objekten handelt
es sich um Lewesiceras Peramplum und Puzosia muellerie aus dem unteren Mittelturon.
Durch eine ungewöhnlich hohe vulkanische Aktivität in der Oberkreide
wurde das Niveau des Meeresgrundes beeinflusst. Der Meeresspiegel lag bis zu
200 m über dem heutigen Stand, dies hatte zur Folge, dass große Landmassen
überschwemmt wurden. Die Wassertemperaturen schwankten durch die wechselnden
Meeresströmungen während der Kontinentalverschiebungen. Perioden mit
rascher Erwärmung der Ozeane und Sauerstoffmangel scheinen Ursachen für
das Massensterben unter den Meereslebewesen zu sein. Zu dieser Zeit traten die
ersten Knochenfische auf. Ammoniten, Schnecken undMuscheln waren weitverbreitet.
Zeitgleich traten an Land die ersten Blütenpflanzen auf. Große Planktonmengen
lagerten sich am Meeresboden ab und bildeten so die Kohlenwasserstoffgrundlage
für den Großteil der heutigen Erdölvorkommen.
|
Inhalt
| Entstehung | Ökologie
| Formbau | Gipshohlguss
| Epoxidharzhohlguss | Materialien
| Literatur | Email
|
URL: http://geologieknoten.de/pt/oekologie.html
© Kartin Wiedau, Carolin Jerrowek; 2001-2002
Eingerichtet: 20.02.2002
Letzte Änderung: 03.05.2002